Zielsetzung der pädagogischen Arbeit

Die Grundvoraussetzung für die Arbeit mit dem uns anvertrauten Kind ist, dass das Kind sich wohl und geborgen fühlt. Da wir das Kind ein Stück auf seinem Lebensweg begleiten, legen wir Wert auf folgende Schwerpunkte in unserer pädagogischen Arbeit.

Freispiel

Das Spiel ist die wichtigste Lernform des Kindes. Hier macht es Welterfahrung und setzt sich selbst in Beziehung zu seiner Umwelt. Das Kind lernt Konflikte alleine (bei Bedarf mit der Unterstützung einer pädagogischen Fachkraft) zu lösen, es kann Freundschaften schließen, Rollenspiele spielen, voneinander und miteinander lernen und es lernt, mit Erfolg und Misserfolg umzugehen.

Im Freispiel kann das Kind entsprechend seiner individuellen Entwicklung und seines Lernbedürfnisses das Spielmaterial, den Spielort, die Spielart und den Spielpartner eigenständig wählen. Natürlich geschieht dies innerhalb der Grenzen und Regeln des vorgegebenen Bildungsbereichs.

Wir beobachten, begleiten und geben dem Kind neue Impulse. Uns ist es wichtig, dass das Kind Zeit zur Verfügung hat, seine natürliche Entdeckerfreude auszuleben ohne einen Eingriff der pädagogischen Fachkraft. Das Kind hat die Möglichkeit eigenständig zu lernen und sich selbst zu beschäftigen.

Bewegungserziehung

Wir sehen die Bewegung als elementare Erkenntnis- und Ausdrucksweise des Kindes an. Über die Bewegung erschließt sich das Kind seine Welt. Es will die Welt durch den angeborenen Bewegungsdrang selbstständig erobern. Denn nur so kann das Kind vielfältige Erfahrungen, Einsichten und Erkenntnisse über den eigenen Körper, die eigene Person, die Umwelt und über das Verhältnis zu dieser Umwelt gewinnen. In unserer Einrichtung hat das Kind zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit seinem Bewegungsdrang nachzugehen. Unsere Turnhalle sowie das Außengelände sind täglich zu den Öffnungszeiten durch eine pädagogische Fachkraft besetzt.

Durch Bewegung werden wichtige Lebenskompetenzen gesammelt und gefördert.

Aus diesem Grund ist es uns wichtig, dem Kind ausreichend Bewegung anzubieten und es in seinem natürlichen Drang zur Bewegung zu unterstützen, damit sich das Bewegungsverhalten für das gesamte Leben festigt und zur Selbstverständlichkeit wird.

(Vor)-schularbeit

Das Kind hat das Privileg ab seinem ersten Tag in der Einrichtung die Vorschularbeit zu erleben. Alles was das Kind in der Kita erfährt und erlebt, ist der Grundstein für die Vorschularbeit. Grundsätzlich ist die Kita ein Lernort, um durch die Selbsterfahrung zu lernen. Die Welt zu begreifen und sie zu verstehen.

Die Kita ist familienergänzend und –unterstützen für die Familien da. Das heißt die Familie und die Kita bereiten das Kind gemeinsam, in unterschiedlichen Bereichen auf die Schule vor. Hierbei unterstützen wir uns gegenseitig. Zwei Mitarbeiter begleiten das Vorschulkind durch das letzte Kitajahr in Projekten und Exkursionen.

In den Bildungsbereichen kann das Kind seine Kompetenzen genau individuell, nach seinem Tempo stärken. Wir beschäftigen uns dort u.a. mit:

  • Buchstaben
  • Schriftsprache
  • Zahlen
  • Bewegung
  • Natur
  • Sozial-Kompetenz

Andere Projekte orientieren sich an den aktuellen Interessen und Bedürfnissen der Kinder. Diese werden dann auch von anderen Mitarbeitern in den jeweiligen Bildungsbereichen begleitet.

Die Schularbeit wird in ausreichender Form mit Schrift und Bild dokumentiert. Der Höhepunkt im letzten Jahr ist die Übernachtung auf der Freusburg oder in der Kita. Diese zwei Tage stecken voller Abenteuer, Spannung und Herausforderungen.

Kooperation mit der Grundschule

Ein festgeschriebenes Konzept mit den ortsansässigen Grundschulen gibt es noch nicht. Gemeinsame Aktivitäten (u.a. Schulbesuch, Lehrerbesuch in der Kita) werden geplant und umgesetzt. Die Grundschule hört uns bei der Klassenaufteilung an und bei Bedarf findet, mit Einwilligung der Sorgeberechtigten, ein Gespräch über den Entwicklungsstand des Kindes statt.

„ Kinder, die selbstbestimmt spielen können, bleiben seelisch gesund “

- A. Lindgren

Alltagsintegrierte Sprachförderung

„ Alltagsintegrierte Sprachförderung bedeutet, dass die frühpädagogischen Fachkräfte sich in allen Situationen gegenüber allen Kindern sprachfördernd verhalten. Ihnen ist bewusst, dass bestimmte Verhaltensweisen (Sprache) fördernd sind und andere nicht. Sie setzen gezielt spezifische Grundprinzipien sprachfördernden Verhaltens ein, um die Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen. “

- dbl Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V

Seit Mai 2017 nimmt unsere Einrichtung an dem Bundesprogramm für alltagsintegrierte Sprachförderung teil.

Die alltagsintegrierte Sprachförderung setzt auf die angeborenen Spracherwerbskompetenzen des Kindes. Das bedeutet:

Das Kind will mit seinen Bezugspersonen kommunizieren, es will sich zugehörig und verbunden mit ihnen fühlen. Für uns ist es wichtig, dass sich alle Kinder und Erwachsenen gegenseitig ins Gesicht sehen können, wenn sie miteinander sprechen und dabei einen respektvollen Umgang miteinander pflegen. Wir geben unserem Gegenüber die Möglichkeit auszusprechen, akzeptieren andere Denkweisen und hören ihm zu. Die alltäglichen Situationen die während des Tages des Kindes und seiner Bezugsperson stattfinden, können als Sprechanlass verstanden und genutzt werden.

Unsere Einrichtung ist eine „Handy freie Zone“. Wir wünschen uns, dass die Bezugspersonen in den Hol- und Bring Phasen ihre Aufmerksamkeit dem Kind widmen und deswegen ihr Mobiltelefon nicht zur Hand haben, wenn sie sich in unserer Einrichtung bewegen.

Das Kind möchte gerne zeigen und darüber sprechen was es unternehmen will oder bereits unternommen hat. Es nutzt dafür auch kleine Gelegenheiten wie das An- und Auskleiden in der Garderobe oder das besprechen des Speiseplans der sich in unserem Eingangsbereich befindet.

Dort befindet sich auch der sogenannte „Boxenstopp“, hier wird das Kind mit seiner Bezugsperson in Empfang genommen. Im Eingangsbereich ist ein digitaler Bilderrahmen aufgestellt. Dieser lädt das Kind und seine Angehörigen ein, sich gemeinsam Fotos aus dem Kitaalltag anzuschauen.

Bei einem gemeinsamen „Spaziergang“ durch unsere Kita bietet sich die Möglichkeit, noch mehr Sprechanregende Situationen wahrzunehmen. Seien es die ausgestellten Kunstwerke der Kinder, die Bilder der verschiedenen Feste, Projekte, Exkursionen, Situationen aus den unterschiedlichen Bildungsbereichen oder auch der momentane Lieblingsplatz des Kindes. Jedes Kind hat seine eigene Portfoliomappe. Diese Mappe wird gemeinsam mit oder auch ohne das pädagogische Fachpersonal sowie dem Kind gefüllt. Sie bietet dem Kind unter anderem Platz für kreative Werke, Berichte über Feste und Feiern als auch Exkursionen an denen das Kind teilgenommen hat oder auch Briefe die das Kind erhalten hat und abheften möchte. Somit liefert die Portfoliomappe viele Möglichkeiten um den sprachlichen Austausch mit dem Kind einzugehen. Gleichzeitig ist sie ein wichtiges Instrument, welches durch verschiedene Rubriken den Entwicklungsstand des Kindes dokumentiert. Das Kind entscheidet darüber mit wem es sich seine Mappe ansehen möchte und was diese beinhalten soll.

Die pädagogische Haltung in der alltagsintegrierten Sprachförderung nimmt einen hohen Stellenwert für die Umsetzung ein.

Wir sehen das Kind als gleichberechtigten Gesprächspartner an. Das, was es sagt, ist genauso wichtig wie das was die Erwachsenen sagen. Wir möchten, dass sich jedes Kind in unserer Einrichtung ernst genommen fühlt. Wir unterhalten und befinden uns auf Augenhöhe mit dem Kind und sehen es als kompetent an. Geben wir dem Kind genug Gelegenheit, die Spracherwerbskompetenz in seinem sozialen Umfeld zu entfalten, eignet es sich seine Sprache intuitiv und nahezu „beiläufig“ an. Aus diesem Grund ist es uns wichtig, dem Kind ein reichhaltiges und zugleich auf den Entwicklungsstand eingehendes Kommunikationsangebot zur Verfügung zu stellen.

Wir verstehen die alltagsintegrierte sprachliche Bildung als eine umfassende, systematische Unterstützung und Begleitung der natürlichen Sprachentwicklung aller Kinder, in allen Altersstufen.

In den gesamten Bereichen der kindlichen Entwicklung (kognitiver, sozial- emotionaler und motorischer Bereich) wird die Sprache als wichtiger Baustein dargestellt.

Die alltagsintegrierte Sprachbildung ist entwicklungs-, lebenswelt- und kompetenzorientiert. Wir nutzen sie um unser Handeln bedeutungsvoll zu machen. Dies setzt eine vertrauensvolle Beziehung zu dem Kind voraus. Nur so können wir sie in allen Situationen des Alltags einsetzen.

„Routinesituationen“ aus dem Alltag wie das An,- und Auskleiden, das Einnehmen der Mahlzeiten, das zu Bett gehen oder auch die Begleitung bei der Körperhygiene sowie Spielsituationen, Rollenspiele, Exkursionen, Projekte oder Veranstaltungen werden in die alltagsintegrierte sprachliche Bildung miteinbezogen und können sich an eine Gruppe oder an das einzelne Kind richten.

Die sprachliche Begleitung steht hierbei im Vordergrund und das Kind wird von den pädagogischen Fachkräften zum Sprechen ermutigt bzw. angeregt. Unsere Mitarbeiter verstehen sich als Kommunikationspartner und Sprachvorbild des Kindes. Diese Rolle stellt ein zentrales Element von Sprachbildung und Sprachförderung in unserer Einrichtung dar.

Sprechanlässe werden konsequent und kreativ im Kindertagesstätten Alltag geschaffen, diese kann das Kind aktiv und rückwirkend in seinen sprachlichen Kompetenzen erproben und erweitern.

In der täglich stattfindenden „Wirbelzeit“ (Morgentreff an dem alle Kinder und pädagogischen Fachkräfte und Gäste der Einrichtung teilnehmen), bieten wir dem Kind die Chance, sich aktiv an der Gestaltung und den Gesprächen zu beteiligen. Das Kind hat die Möglichkeit die „Wirbelzeit“ eigenständig oder mit einem Partner zu leiten. Wenn es für die Durchführung die Unterstützung des pädagogischen Personals benötigt, wird es von einem Mitarbeiter begleitet.

Die „Wirbelzeit“ wird ganz individuell gestaltet. Aktuelle Themen können besprochen werden, die Kinder werden in die Gestaltung des Alltags miteinbezogen, es können Lieder und Spiele angeboten werden und dem Kind wird sehr viel Freiraum für eigene Erzählungen gelassen. Geschichten oder Erlebnisse des Kindes werden aufgegriffen und mit Feinfühligkeit und Wertschätzung behandelt.

Soziale Kompetenz

Wir sehen die soziale Kompetenz als Schlüsselqualifikation, die eine grundlegende Bedeutung für den weiteren Lebensweg des Kindes hat.

Das Sozialverhalten ist zu einem großen Teil gelerntes Verhalten. Es wird beeinflusst von den Erfahrungen, die das Kind mit seiner Familie und in der Kita zwischen gleichaltrigen, jüngeren oder älteren Kindern macht. Deswegen sind gute Vorbildfunktionen sehr wichtig. Gerade die Bildungsbereiche geben dem Kind vielseitige Anregungen und Möglichkeiten zur Nachahmung und Identifikation.

Sie ermöglichen dem Kind seine soziale Rolle wahrzunehmen, die Grenzen der anderen und die eigenen Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren.

Das Kind lernt in einem guten Miteinander Konfliktfähigkeit, Teamfähigkeit, Kompromissbereitschaft, einen respektvollen Umgang miteinander, die Fähigkeit Beziehungen aufzubauen und Rücksicht zu nehmen sowie über Gefühle zu sprechen und sie zu reflektieren.

Öffnung nach Außen

Wir finden es sehr wichtig, unsere Einrichtung nach außen zu öffnen. Deshalb besuchen wir viele Institutionen, laden Fachexperten in unsere Einrichtung ein und bieten Familien, Praktikanten und allen Interessierten Hospitationen an. So erhalten Außenstehende einen Einblick in unsere Arbeit.

Das Kind macht Erfahrungen in dem Umgang mit „fremden“ Personen und hat die Möglichkeit, sich auf „neue“ und „ungewohnte“ Situationen einzulassen. Die Öffnung nach außen umfasst auch unsere Öffentlichkeitsarbeit. Dazu zählen wir alle Formen der Präsentation in Bild, Schrift oder im Rahmen von öffentlichen Darstellungen (verschiedene Feste und Veranstaltungen).

Neben diesen wichtigen Schwerpunkten finden in unserer Einrichtung die Erziehungspartnerschaften mit den Familien (siehe Kapitel 6) und die Eingewöhnung der neuen Kinder (siehe Kapitel 5) intensiv statt.

Partizipation

Wir orientieren uns in der täglichen Arbeit an dem Übereinkommen der Rechte des Kindes (UN - Kinderrechtskonventionen Art.12)

„ Dem Kind wird zugesichert, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern und wir berücksichtigen die Meinung des Kindes, angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife. “

Partizipation ist die Beteiligung, Teilhabe, Teilnahme, Mitwirkung, Mitbestimmung, Mitsprache und Einbeziehung des Kindes in Entscheidungsprozesse, entsprechend seines Alters. Sie hat schon immer einen wichtigen Stellenwert in unserer Einrichtung gehabt, da sie eine Grundhaltung gegenüber dem Kind, den Familien und dem pädagogischen Personal ist. Denn ein jeder hat das Recht, den Kita-alltag, das pädagogische Konzept und das tägliche Zusammensein MIT zu gestalten, um somit das selbstständige und eigenverantwortliche Handeln zu verinnerlichen.

Die Partizipation basiert auf Partnerschaft und Dialog. Es gibt selbstverständlich Grenzen der Partizipation. Zum Beispiel, wenn das Wohl des Kindes gefährdet oder bedroht wird. So sind z.B. das Eincremen mit Sonnenmilch und die Erstversorgung bei Verletzungen unerlässlich.

Die Partizipation beruht immer auf individuellen Handlungen und Entscheidungen. Was für die eine Person gut ist, ist für die andere noch lange nicht das Richtige.

Die Partizipation spiegelt sich bei uns in folgenden Situationen im Alltag wieder:

Das Kind wird in unserer Einrichtung in alle anstehenden Projekte, Exkursionen oder Aktivitäten und die Gestaltung seines Alltags miteinbezogen, es hat somit auch die Möglichkeit sich gegen eine Teilnahme an Projekten oder Exkursionen zu entscheiden. Das heißt auch, dass das Kind gemeinsam mit dem pädagogischen Personal im Organisationsteam Feierlichkeiten unserer Einrichtung gestaltet. Steht eine Aufführung in der Öffentlichkeit an, wird das Kind gefragt, ob und in welchem Rahmen es teilnehmen möchte und welche Ideen es mit einbringen kann.

Bei uns geschieht nichts gegen den Willen des Kindes. Das Kindeswohl steht an erster Stelle.

Ein wichtiges Ziel dabei ist, dass die Kinder lernen, ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Ideen wahrzunehmen und zu äußern und sie selbstwirksam umzusetzen.