Beschwerdemanagement des Kindes

Jedes Kind hat das Grundbedürfnis sich in der Gemeinschaft zu erleben. Es ist mit seiner Einzigartigkeit Teil der Gemeinschaft. Eine wertschätzende, offene Atmosphäre und eine vorbereitete Umgebung bieten den Rahmen für vielfältige, soziale Interaktionen.

Wenn das Kind aktiv an der Gestaltung seiner Umgebung teilnimmt, wenn es bei Entscheidungen, die es und sein Umfeld betrifft, mitreden, mitgestalten und mitbestimmen darf, dann trägt es zur Stärkung von demokratischen Strukturen bei. Wichtig ist, dass Fragestellungen und methodische Vorgangsweisen dem Alter des Kindes angepasst sind. Hierzu gehört auch Unmut und Beschwerden des Kindes ernst zu nehmen und einen Rahmen zu schaffen, in dem das Kind zu Wort kommen kann. Aus diesem Grunde gibt es in unserer Einrichtung das Beschwerdemanagement.

Definition: Beschwerdemanagement des Kindes meint die gemeinsame Entwicklung der Bedürfnisse, Einstellungen und Interessen der Kinder und der betreuenden Erzieher. Deren Einstellungen und ihr Verhalten geben den Rahmen für das weitere Handeln vor.

Beschwerden von Kindern können unterschiedlich und sehr vielfältig sein. Sie sind abhängig vom Entwicklungsstand des Kindes, den von ihm gemachten Erfahrungen, dem Vertrauen des Erziehers gegenüber und ihrer Sensibilität.

Beschwerden können z. B. so äußern:

„Ich will…“ – „Ich möchte nicht…“ -“Ich kann schon…“ –„Ich möchte…“ –„Der/die/das soll nicht…“

Aber auch körperlicher Natur, wie z.B. hauen, verstummen, weinen, schreien.

Die Umsetzung des Beschwerdemanagements wird bei uns u.a. durch regelmäßige Sprechstunden mit der Leitung gestaltet. In kindgerechtem Rahmen werden Beschwerden erörtert und Anregungen aufgenommen. Gemeinsam mit den Kindern wertet die Leitung diese aus und gibt die Ergebnisse an die jeweilige Gruppe weiter. Ebenso dient das Kinderparlament dazu, Beschwerden oder Anregungen der Kinder zu hören und ihre Verbesserungen gemeinsam umzusetzen. Die vier Parlamentarier sind die Interessensvertreter für alle Kinder in der Einrichtung.

Die Erzieher setzen die kindlichen Interessen nach vertretbaren Maßstäben um. Die wertschätzende Haltung der Erzieher ist auch in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Deshalb achten wir insbesondere auch auf non-verbale Signale der Kinder, beispielsweise wenn Kinder durch Gestik (wegdrücken) und Mimik (weinerlicher Gesichtsausdruck) deutlich machen, dass sie von einem bestimmten Erzieher nicht gewickelt werden möchten. Dann übernimmt ein anderer Erzieher diese Aufgabe. Kinder die sich bei bestimmten Kreisspielen nicht aktiv beteiligen möchten, werden von uns nicht gezwungen. Wir akzeptieren dieses Bedürfnis, versuchen aber jedes Kind zum Mitmachen zu motivieren. Durch das Mitspracherecht lernen die Kinder Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen.

Durch die Äußerung der eigenen Interessen und Bedürfnisse werden Kinder in ihrer Persönlichkeit gestärkt, auf das gesellschaftliche Leben und dessen Regeln vorbereitet. Kinder, die lernen, dass ihre Meinung und ihre Bedürfnisse wichtig sind, werden ein erfüllteres Leben führen können, weil sie lernen für sich selbst einzutreten.

Wenn Kinder sich über andere Mitarbeiter beschweren, wird dies ernst genommen und die Situation besprochen.

„ Jede Beschwerde, die uns nicht erreicht, ist ein Verlust! Jedes Lob spornt uns an! “